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Nilufar Zand | Hausgeburten

Bernadette und Daniel

Zweites Kind, zweite Hausgeburt

Nach dieser zweiten Geburt kam zum ersten Mal die Frage auf, wieso wir uns eigentlich für die Hausgeburt entschieden haben. Die Antwort möchte ich gleich am Anfang unseres Geburtsberichtes geben: Ich habe mich im Bekanntenkreis bei Geburtserfahrenen Müttern umgehört. Die Krankenhausmütter redeten über Geburt eher wie über ein notwendiges Übel, das man in Kauf nehmen muss, wenn man Kinder möchte. Manche sagten: Ich erzähle Dir lieber erst mehr, wenn Du es hinter Dir hast.

Diejenigen, die eine Geburt in den eigenen vier Wänden erlebten, sagten nur: Ich würde es immer wieder so machen. Oder: Es war romantisch. Und hatten ein leicht versonnenes Lächeln im Gesicht. Das fand ich so bezeichnend, dass ich lieber denen mit dem Lächeln folgen wollte.
Diese Entscheidung habe ich nun schon zweimal genossen und zwei wunderbare Geburten erlebt. Bestens betreut von erfahrenen Hebammen, die ihrer Berufung mit Herz und Seele folgten und zu „Freundinnen auf Zeit“ wurden.
Die Schwangerschaften habe ich mehr durchlitten als genossen, auch da standen mir die Hebammen stets hilfreich zur Seite. Die Geburtsbetreuung war jedoch die Krönung.
Um einiges vor dem berechneten Geburtstermin erwachte ich nachts in einer Pfütze. Blasensprung?! Ich konnte es kaum glauben, aber es gab keine Zweifel, schwallartig kam immer wieder Flüssigkeit.
Etwas beunruhigt war ich schon, da mein erstes Kind drei Stunden nach Blasensprung geboren war. Doch diesmal blieb alles ruhig. Also ließ ich Mann, Hebamme und Kind ausschlafen und machte erst am Morgen Meldung. Prompt kam Nilufar, um sich ein Bild von der Lage zu machen und blieb einige Zeit bei mir, um zu sehen, wie sich die bisher sehr leichten und unregelmäßig auftauchenden Wehen entwickelten. Nebenbei beruhigte sie meine Mutter, gab Instruktionen zur Vorbereitung wenigstens der wichtigsten Utensilien und ging mit mir spazieren.
Dann verabschiedete sie sich, um den Dingen ihren Lauf zu lassen. Ich nutzte die Zeit für ein paar Schläfchen, in denen ich merkte, wie sich das Kind sanft seinen Weg bahnte. Dann organisierte ich mir Ruhe: das Kind zum Spielen zu den Nachbarn, die Mutter zum Einkaufen raus aus der Wohnung. Und zack! gingen die Wehen knackig los. Mein Mann rief direkt Nilufar an, die 20 Minuten später bereits eintraf. Und wir starteten direkt in die Geburtsarbeit. Reibungslos fand ich die richtigen Positionen, unterstützte mich – stark wie ein Baum – der Kindsvater, beobachtete, begleitete und unterstützte uns Hebamme Nilufar. Mal ging mein Kreislauf in den Keller, mal drückte es besonders hier oder da. Immer hatte unsere Hebamme Möglichkeiten zur Erleichterung parat und verstand es, diese unaufdringlich einzuflechten. Ich fühlte mich sehr souverän in der ganzen Zeit und mindestens königlich. Stehend gebar ich unsere Tochter, der Nilufar zur weichen Landung ein Kissen bereit legte. Gerührt konnte ich mein krähendes Kind direkt in den Arm nehmen, während ich selber von meinem Mann umarmt war und wir legten uns zu dritt zum Kennenlernen ins Bett.
Die Plazenta ließ sich mächtig Zeit, so dass ich irgendwann gerne auf den Gebärhocker wechselte, um ihr zu helfen. Nilufar untersuchte sie gründlich und erzählte uns dabei so viel über diese Versorgerin, dass ich sie richtig lieb gewann
Noch später saugte meine neugeborene Tochter das erste Mal an der Brust, so dass sichtliche Erleichterung bei der Hebamme eintrat, die uns ihre Erwartungshaltung nicht hat spüren lassen. Später erfuhren wir, dass bei Krankenhausroutine weder der Plazentageburt noch dem ersten Trinkversuch so viel Zeit zugebilligt worden wäre. So aber kamen wir alle in der gebotenen Ruhe in der neuen Situation an und darüber bin ich glücklich!

 

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